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Der Baldeggschwinget
Die "Baldegg" - auf der idyllischen Anhöhe südöstlich von Baden gelegen - kann als die Urstätte schwingerischer Veranstaltungen des Schwingklubs Baden-Brugg betrachtet werden. Fand doch hier am 25. August 1918, einige Monate nach der Klubgründung und kurz vor dem offiziellen Waffenstillstand des 1. Weltkrieges, das erste Schwingfest unserer Klubs in Form eines Klub-Rangschwingets statt. Die Organisatoren dieses Festes waren sich damals bestimmt nicht bewusst, dass sie mit diesem Anlass den Vorläufer der späteren Baldegg-Schwinget aus der Taufe gehoben haben. Sie jedoch haben erkannt, dass die prächtige Lage dieses Aussichtspunktes - abseits vom alltäglichen Leben - ein Flecken Erde umfasst, wo die Pflege unseres eidgenössischen Brauchtums sich entsprechend entfalten kann.
Die Chronik weiss zu berichten, dass der erwähnte erste Schwinget bei herrlichem Wetter vor der stattlichen Kulisse von rund 500 Zuschauern mit einer Beteiligung von 45 Schwingern durchgeführt wurde. Erwartungsgemäss schwang der bekannte eidgenössische Kranzschwinger Rudolph Kunz aus Baden mit 59 Punkten souverän obenaus. Bei einem Eintrittspreis von 50 Rappen resultierte immerhin ein Reingewinn von Fr. 430.95. Von diesem Betrag wurden vier Obligationen zu Fr. 100.- der Eidgenössischen Schwingerversicherung gezeichnet. Damit bekundete der Vereinsvorstand eine grosse Solidarität gegenüber dem Eidg. Schwingerverband. Auf Intervention des Präsidenten des Aargauischen Schwingerverbandes durften für die teilnehmenden Schwinger keine Naturalgaben bereitgestellt werden, sondern jedem Schwinger wurde nach dem Rangverlesen ein Zobig, bestehend aus einem Schüblig, 100 Gramm Brot und einer Flasche Bier, verabreicht.
Bereits ein Jahr darauf war der Standort Baldegg wiederum für die Durchführung eines Frühjahrsschwinget auserwählt worden. Über eine längere Zeitepoche hinweg wurde dann die nach Statuten jährlich durchzuführenden Rang- oder auch Frühjahrsschwinget in die Dörfer der beiden Stammbezirke Baden und Brugg verlegt. Mit dieser Massnahme beabsichtigte man, das Schwingen vorwiegend dem ländlichen Bevölkerungsteil schmackhaft zu machen und gleichzeitig junge Burschen zu diesem Kampfspiel zu begeistern. Mit der Zeit vermehrten sich die Umtriebe, wobei zudem in finanzieller Hinsicht die Einnahmen mit den umfangreichen Aufwendungen nicht mehr zu vereinbaren waren.
Im Jahre 1968 beschloss der Klubvorstand unter der umsichtigen Führung von Fridolin Steinmann, inskünftig permanent am Pfingstmontag auf der Baldegg den Frühjahrsschwinget durchzuführen und so entwickelte sich allmählich der Baldeggschwinget, wie er sich in der heutigen so beliebten Form präsentiert. Bei dieser Gelegenheit darf nicht unerwähnt bleiben , dass die Ortsbürgergemeinde der Stadt Baden als Eigentümerin des Restaurants Baldegg eine äusserst schwingerfreundliche Gesinnung zeigte und sich ohne besondere Auflage mit der jährlichen Durchführung dieses schwingerischen Anlasses auf ihrem ideal am Waldrand gelegenen Grundstück einverstanden erklärte.
Der Baldeggschwinget wird seit jeher auf eine bescheidene Art durchgeführt und muss als typisches Regianalschwingfest betrachtet werden. Man darf ihn ohne weiteres als "Hausschwinget" von Baden bezeichnen. Das Teilnehmerfeld umfasst in erster Linie eine Auswahl aargauischer Schwinger und gelegentlich noch die Vertreter des östlich benachbarten Schingklubs Glatt- und Limmattal. Da in der Regel der Kantonale Schwingertag kurz nach Pfingsten stattfindet, ist der Baldeggschwinget für die aargauischen Schwinger eine willkommene Gelegenheit, ihre momentane Verfassung unter Beweis zu Stellen.
Die Zuschauer rekrutieren sich vorwiegend aus Baden und der näheren Umgebung. Interessanterweise kann man feststellen, dass ein grosser Teil des Publikums alljährlich nur den Baldeggschwingetund kein weiteres Schwingfest besucht. Am Pfingstmontag wollen sie einfach auf der Baldegg die friedliche und gemütliche Atmosphäre, die das urschweizerische Brauchtum ausstrahlt, so richtig miterleben und geniessen. Im Laufe des Spätnachmittags gesellen sich jeweils recht viele Wanderer zum versammelten Schwingervolk, die sich dann eher dem Genuss einer Bratwurst mit einem kühlen Bier aus der vorzüglich geführten Festwirtschaft als dem schwingerischen Kampfspiel zuwenden.
